Hallo ihr lieben Kokosfans,
hoffentlich hattet ihr einen weniger stressigen Sonntag als ich.
Ihr fragt euch jetzt sicher, wieso ich großartig Stress haben sollte. Tja, dann will ich euch mal mein Leid klagen:

Kennt ihr das? Ihr steht Sonntag früh (naja, bei mir ist es immer etwas später als früh) auf, frühstückt ausgiebig, genießt, dass ihr euch im Bad mal so richtig eurer Schönheit widmen könnt, wofür ihr unter der Woche nicht wirklich die Zeit findet. Ihr schmiert euch eure selbst angerührte Kokosöl-Avocado-Maske aufs Gesicht, bereitet euch auf einen richtig faulen Tag vor, doch plötzlich klingelt das Telefon.

Mist! Schnell die Hände abwaschen, rausrennen, Telefon suchen… nein, auf der Ladestation ist es nicht… wo hab ich denn nun schon wieder dieses blöde Teil abgelegt? Gefunden! In der Küche auf der Ablage. Ich schaue auf mein Display und krieg direkt Schnappatmung. Kaum dass ich auf den grünen Hörer am Handteil drücke, trifft mich auch schon der blubbernde Wortschwall, der sich durch den Äther quält:

Kokos-Dattel-Nussplätzchen
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„Hach Schätzelein, wie schön dass du zu Hause bist. Hier ist die Tante Erna. Und der Onkel Fred natürlich auch, hihihi. Wir machen heute mal wieder unsere Verwandtenbesuche, hihihi. Hach, Schätzelein, du weißt ja… blubber, blubber… und du gehörst ja auch dazu…blubber, blubber, hihihi.“ Ich höre ihr immer nur halbherzig zu, denn ein Großteil von Tante Ernas hastigem Geplappere prallt irgendwie von meiner Ohrmuschel ab.

„Ohje, Tante“, dacht ich mir dann nur, „irgendwann kippst du noch während deinem Blabla um, weil du zwischendurch keine Zeit zum Atmen findest.“ Schweigend (ich hab ja leider gar keine Chance) ließ ich also die schrille Stimme über mich ergehen. Ich hörte dann nur noch wie sie sagte: „…so gegen drei Uhr zu Kaffee und Kuchen bei dir. Stell rechtzeitig die Kaffeemaschine an! Tschühüüüüüss Schätzelein.“

Klick! Die Leitung war tot und ich stand da, mit meinem gelbgrünen Pampegesicht und schaute ungläubig mein Telefon an. Mein Blick wanderte auf die Uhr. „Drei Uhr? Oh menno, das ist ja schon in zwei Stunden und ich hab nicht mal ein Stück Kuchen im Haus für mein olles Tantchen und den Onkel Fred.“ Also schnell zurück ins Bad gerannt, Gesicht wieder abgewaschen (es fühlte sich aber auch nach verkürzter Einwirkzeit richtig gut an).

„Mist“, dachte ich bei mir, „den gemütlichen Sonntag kann ich jetzt knicken.“ Wisst Ihr, Tante Erna ist nämlich echt mega-anstrengend und ich kann nicht verstehen, wie das mein lieber Onkel Fred mit ihr aushält. Sicher hat er schon längst einen Erna-Stimme-Filter in seine Ohren eingebaut, anders kann ich es mir absolut nicht erklären.

Auf alle Fälle hatte ich weder Kuchen noch Gebäck im Haus. In Gedanken ging ich meine Vorräte im Küchenschrank durch. „Kann ich damit auf die Schnelle was zaubern?“, überlegte ich. Ich kenne meine Tante nur zu gut, sie hätte mich zum Gespött meiner gesamten buckligen Verwandschaft gemacht, wenn sie nicht wenigstens ein paar Kekse zum Kaffee bekommen hätte. Also kratzte ich mal alles an potentiellen Backwaren aus meinem Schrank und war verwundert, welch reiche Ausbeute da in den Tiefen meiner Küchenregale zu finden war.

Datteln, Schoki, Dinkelmehl, Walnüsse, Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup, jede Menge Gewürze und Aromen, Vanillestangen und natürlich mein heißgeliebtes Guru Kokosöl… das sollte auf alle Fälle reichen, um schnell noch irgendwas beizuhexen, was mein Tantchen gütlich stimmen könnte. Vom Kokosöl hab ich direkt mal einen Esslöffel pur zu mir genommen, um meine Nerven zu stärken. Ich wusste genau, was mich erwartet und wie ich meinen schönen Sonntagnachmittag verbringen würde.

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Dieser verlief dann leider auch genau so, wie ich es befürchtet hatte. Onkel Fred lag, aufs große Kissen gelümmelt, in meiner Couchecke und schnarchte friedlich vor sich hin und mein Tantchen blubberte und blubberte und blubberte. „…ist bestimmt müde von der langen Fahrt…“, „…schlafen lassen…“, „…nicht erwartet, dass du überhaupt was Zuhause hast…“, „…so wunderbar köstlich…“, „…ein richtiger Genuss…“, „dein Rezept zum Nachbacken…“, „…unbedingt deiner Mutti erzählen…“, „…den Bridgedamen anbieten…“. Blablabla. Den ganzen Nachmittag bis zum späten Abend.

Ach, ich hab ja keine Ahnung was sie alles von mir wollte. Auf jeden Fall musste ich ihr das Rezept für meine Kokos-Dattel-Kekse mitgeben und ich war heilfroh, als es abends von der Straße her zu mir rüber schallte: „Tschühüüüüüs, mein Schatzelein, bis zum nächsten Mal. War schön bei dir!“ Mit einem leichten Anflug von Tinnitus und total geplättet verzog ich mich auf mein Sofa und wollte nichts mehr sehen und hören. Tja, das war dann halt mal mein Wochenende, auf das ich mich die ganze Woche über so gefreut habe. Von einer Person vernichtet.

Habt ihr auch so eine „Tante Erna“? Ich hoffe dann versteht ihr, wieso ich das ziemlich stressig und anstrengend empfinde. Vielleicht habt ihr wenigstens halbwegs Verständnis.

So, und weil ihr sicher gerne wissen wollt, was ich meinem Tantchen anstatt dem von ihr erhofften Sonntagskuchen vorgesetzt habe und was als Kuchenersatz auch richtig gut bei ihr ankam, schreibe ich euch jetzt mal mein Rezept für die Kokos-Dattel-Nussplätzchen auf. Man weiß ja nie, wie man es mal brauchen kann, ne?!

Für die Kokos-Dattel-Nussplätzchen hab ich folgende Zutaten verwendet:

150 Gramm Walnüsse (oder andere Nüsse. Ich hatte eben nur Walnüsse zu Hause)

200 Gramm weiche Datteln (ohne Kern abgewogen)

2 Esslöffel von meinem köstlichen Guru Kokosöl

1 Vanilleschote (das Mark auskratzen)

3-4 Esslöffel Ahornsirup

150 Gramm Dinkelmehl (Type 630)

1 1/2 Teelöffel Backpulver

1 gut gehäuften Teelöffel Ceylon-Zimt

1 Prise Salz

1 Teelöffel voll abgeriebe Orangenschale (nur von Bio-Orangen)

2 Teelöffel frisch gepressten Orangensaft (den Rest hab ich getrunken)

Und so macht man die leckeren Kokos-Dattel-Nuss-Cookies:

Backofen auf 180°C vorheizen.

Die Walnüsse müssen in der Küchenmaschine grob zerhackt werden. Dann gibt man die entkernten Datteln, das Guru Kokosöl, den Sirup und die Vanille dazu und mixt alles durch, bis auch die Datteln grob zerhackt sind. Nicht zu lange mixen, die Masse sollte noch erkennbare Stückchen enthalten.

Dann siebt man das Mehl und mischt die restlichen trockenen Zutaten unter. Dieses Gemisch gibt man dann zu der Dattel-Nuss-Masse, gibt noch etwa zwei Teelöffel Orangensaft dazu und mixt alles zu einer klebrigen Masse.

Aus dieser formt man dann kleine, walnussgroße Kugeln, setzt sie auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und drückt diese mit der Hand etwas flach.

Die Kekschen müssen danach nur noch für etwa 10 bis 15 Minuten im Backofen backen und anschließend auf dem Kuchengitter abkühlen. Wenn sie am Rand gebräunt sind, dann reicht das aus, ansonsten werden sie nämlich unten zu dunkel.

Wenn es also mal etwas schneller gehen muss, dann ist das ein prima Rezept, mit dem man unerwartete, plappernde Tanten mal wenigstens für Sekunden zwischendurch (während des Kauens) stillschalten kann.

Es grüßt euch euer Kokosöl Guru